26. Forum der Wertekommission e. V. zusammen mit ABSOLVENTUM MANNHEIM e.V.- Universität Mannheim

26. Forum der Wertekommission e. V. zusammen mit ABSOLVENTUM MANNHEIM e.V.- Universität Mannheim


Am 25.11.2010 war das Werteforum zu Gast bei ABSOLVENTUM MANNHEIM in der Universität Mannheim. Zu dem Thema „Werte im Unternehmensalltag – mehr als schöne Worte?“ diskutierten unter der Moderation von Dr. Philipp Busch, Unternehmer und Kuratoriumsvorsitzender der Wertekommission e.V., der Gastgeber Professor Dr. Hans Raffée, Ehrenpräsident von ABSOLVENTUM MANNHEIM, Professor Dr. Burkhard Schwenker, Chairman der Roland Berger Strategy Consultants Holding GmbH, Dr. Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandsvorsitzender der MLP AG, Frieder C. Löhrer, Unternehmer, und Sven H. Korndörffer, Managing Director Corporate Communications der Aareal Bank und Vorsitzender der Wertekommission e.V.
In der Frage, ob heutzutage ein Werteverlust vorliege, stellte Burkhard Schwenker fest, das Führen von Unternehmen sei heutzutage schwieriger geworden. Dem Fehlen von verlässlichen Prognosen durch die Zunahme an Komplexität könne nur mit Werten begegnet werden. Dem stimmte Sven Korndörffer zu: „Eine Wertegemeinschaft ist eine Leistungsgemeinschaft – dies gilt über alle Branchen hinweg!“ Werte seien fundamentaler Bestandteil der im Ausland sehr geschätzten deutschen Managementkultur. Wir müssten in Deutschland aber selbst erst wieder lernen, diese zu schätzen, da das negative Tun von „schwarzen Schafen“ allzu sehr auf alle Manager projektiert werde.

Das „WIE“ beantworteten die Unternehmer Frieder Löhrer und Dr. Uwe Schroeder-Wildberg mit einer offenen, erMUTigenden Unternehmenskultur, in der laut Schroeder-Wildberg „Freiheit gesichert sein muss, denn diese gibt es nicht ohne Werte“. Löhrer fordert in diesem Kontext eine institutionalisierte Streitkultur, in der MitarbeiterInnen auch den Vorgesetzten beurteilen: „Wenn mein Gegenüber und ich einer Meinung sind, dann sind wir einer zuviel im Diskurs“. Sven Korndörffer gab jedoch zu bedenken, dass dies ein wahrhaftiges Vorbild erfordere, das hierfür Zuversicht generieren solle. Mut sei jedoch, so Burkhard Schwenker, dann zunehmend erforderlich, je weniger Zuversicht bestünde. Welche seien aber die Risiken, die im Unternehmensalltag zu betrachten seien: Mut an den Tag zu legen sei bestenfalls Karriere gefährdend, nicht aber existenziell. Damit veranschaulichte er den Hinweis von Hans Raffée, der auf Brechts „Mühelose Güte“ verwies: „Werteorientiert handeln heißt, zu Verlusten bereit zu sein“.

Die Frage „Kann ich mir ethische Opfer leisten?“ wurde auch durch zahlreiche Publikumsfragen auf Handlungsentscheidungen von Unternehmen bezogen, zu denen Philipp Busch abschließend den Dalai Lama mit dem Gedankengang heranzog: „Ist der Gewinn Zweck des Lebens oder ein Mittel, wie etwa Essen und Trinken?“ Informelle Gespräche zwischen den Teilnehmern rundeten beim anschließendem Get-together die sehr gelungene Veranstaltung ab.