29. Werteforum "Value Based Management - Wert- oder werteorientiertes Management?"
29. Werteforum "Value Based Management - Wert- oder werteorientiertes Management?"
Im Werteforum am 10.11.2011 bei der TÜV SÜD Management Service GmbH in München ging es um das Thema „Value based Management – wert- oder werteorientiertes Management?“. Professor Dr. Peter Schaff, Geschäftsbereichsleiter der TÜV SÜD Management Service GmbH, hielt hierzu zunächst einen sehr pointierterten Impulsvortrag, bevor unter der Moderation von Professor Sigmund Gottlieb, Chefredakteur des Bayrischen Rundfunks, in die Diskussion eingestiegen wurde: Dr. Michael Ilgner, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Professor Dr. Dr. h. c. Anton Kathrein, persönlich haftender, geschäftsführender Gesellschafter der Kathrein-Werke KG, Gerhard Zierl, Präsident des Amtsgerichts München und Professor Dr. Peter Schaff stellten sich der Frage, was wertorientiertes von werteorientiertem Management unterscheide und an welchen Praxisbeispielen der Unterschied sichtbar sei.
So wurden Zusammenhänge deutlich, wie im Statement Gerhard Zierls: „Wenn die Wirtschaft in der Krise ist, füllen sich am Gericht die Auftragsbücher.“ Der wesentliche Wert der Rechtsprechung bestehe also in der Sicherung des Rechtsfriedens, was aus seiner Sicht vor allem durch Integrität, Verantwortung und Respekt vor jedem Menschen geschehe. „Nah dran am Menschen und am Unternehmen sein“ – das forderte auch Anton Kathrein in Bezug auf das Verhältnis zwischen Unternehmen und Bankern seit der Krise: „Warum hat sich alles anonymisiert und die Banker kennen die Unternehmen, die sie betreuen, nicht mehr? Warum sagen sie nicht „Wir stehen diese Krise zusammen durch?“ – Ethik als Geschäftsmodell, wünscht sich Anton Kathrein, eine „alte Bankerkultur mit Bankern vor Ort, die ‚ein gutes Bauchgefühl‘ haben und im Zweifel eher diesem glauben und auf die Sicherheiten verzichten“.
Sicherheit genug lieferten Unternehmen bereits, wenn sie ein überzeugendes Grundkonzept haben: „Die richtige Aufstellung bzw. die richtige Organisation eines Unternehmens ist Voraussetzung dafür, das Chaos in einer Krise zu überwinden“, meint Peter Schaff. Dies würde aber nicht nur faktische Sicherheit darstellen, sondern auch die Wahrnehmung von Sicherheit vor allem unter den Mitarbeitern erhöhen: „Angst lähmt“ – war in diesem Kontext ein besonders wichtiger Hinweis.
Darum wissend, wies Gerhard Zierl auf sein bewährtes Management-Konzept hin, das er in der Führung durch Chance Phasen wie auch durch äußerlich schwierige Geschäftsphasen konsequent angewendet habe: „Management by walking around“. Mit Menschen sprechen, gezielt kommunizieren und Wissen teilen und damit Menschen in die Prozesse einzubinden; dies habe stets dazu verholfen, dass die Mitarbeiter sich identifizierten und auch schwierige Entscheidungen mittragen würden.
Dies ist auch Tagesgeschäft für Michael Ilgner, der mit seiner Stiftung dafür einsteht, stets die Balance zwischen Leistung, Fair Play und Miteinander einzuhalten: „Entmoralisierung findet statt, wenn jemand erfolgreich sein will und nicht sieht, dass langfristiger Erfolg nur mit Werten zu erzielen ist.“ – Dies gilt auch aus Sicht der Wertekommission stets und in allen Lebensbereichen.
